90-90-1-Regel #22
Mit großen Schritten zum Erfolg

To Do Listen schreiben, auf Facebook das neueste Geschehen checken und bei einem Gang zur Kaffeemaschine ein ausgiebiges Pläuschchen mit den Kollegen halten – die meisten Angestellten dürften eher gemütlich in den Tag starten. Immerhin gibt es einiges vorzubereiten, bevor man sich schließlich dem anstrengenden 8-Stunden-Bürotag hingibt. Gerade als Morgenmuffel braucht es außerdem eine Weile, bis man in die Gänge kommt und bereit dazu ist, sich endlich denjenigen Aufgaben zu widmen, die eine Menge Konzentration erfordern und zeitaufwändig sind. Warum dann nicht also ein kleines Warm Up in den täglichen Büroalltag integrieren und mit dem Beantworten von Mails oder Sortieren von Unterlagen beginnen? Was sich für viele Arbeitnehmer schlüssig und sinnvoll anhören mag, ist für Befürworter der 90-90-1-Regel jedoch alles andere als das. Immerhin lässt sich die Arbeitszeit deutlich produktiver nutzen.

Die 90-90-1-Regel: Das steht hinter der spannenden Zahlenkombination

Hinter der zunächst nichtssagenden Zahlenkombination von Buchautor Robin Sharma verbringt sich nicht etwa ein mysteriöser Zahlencode und auch kein mathematisches Rätsel. Stattdessen besagt die 90-90-1-Regel ganz einfach, 90 Tage lang für die ersten 90 Minuten des Tages an einem wichtigen Projekt oder einer wichtigen Aufgabe zu arbeiten. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Anstatt wertvolle Zeit am frühen Morgen zu verschwenden, indem eher unwichtige Aufgaben erledigt oder noch schlimmer – sinnlos im Internet gesurft wird – soll diese genutzt werden, um sich einer Sache zu widmen, die die größten Perspektiven eröffnet. Wie Sharma gerade auf die der Regel namensgebenden Zahlen kommt, ist zwar nicht unbedingt wissenschaftlich begründbar, dafür trotzdem nur logisch. 

Eine feste Routine entwickelt sich erst mit der Zeit

Wer sich 90 Tage lang einem festen Projekt widmet, an dem er Tag für Tag arbeitet, schafft so mit der Zeit eine wichtige Routine. Rund 66 Tage dauert es nämlich, bis eine Aufgabe tatsächlich zur Gewohnheit wird und man sich weder daran erinnern muss, dieser nachzugehen, noch dazu aufraffen.

Wer also 90 Tage lang an einem Projekt arbeitet, wird dieses ganz automatisch in seinen Tagesablauf integrieren – ohne unwichtigere Dinge dazwischenkommen zu lassen oder gar den Fokus zu verlieren. Natürlich lassen sich Projekte je nach Wunsch auch beliebig lange fortführen. Wer jedoch will, dass eine Aufgabe zu einem festen Bestandteil in seinem Leben wird, der sollte dieser für mindestens 70 Tage nachgehen.

Nach 90 Minuten schwindet die Konzentration

Morgenstund hat Gold im Mund – so lautet ein bekanntes Sprichwort, das mehr ist, als eine leere Floskel. Immerhin ist es wissenschaftlich erwiesen, dass die meisten Menschen sich früh am Morgen am besten konzentrieren können. Was für Unterrichtszeiten in der Schule gilt, ist im Arbeitsleben nicht anders. Wer ausgeschlafen und ausgeruht in den Tag startet, hat die besten Voraussetzungen dafür, wichtigen Projekten voller Elan und Motivation nachzugehen. Die ersten 90 Minuten des Morgens also sinnvoll zu nutzen, anstatt diese Zeit unter anderen an der Kaffeemaschine verstreichen zu lassen, zahlt sich aus. 90 Minuten sind dabei eine ideale Zeitspanne, in der problemlos durchgearbeitet werden kann. Nicht umsonst gehen Doppelstunden in der Schule, Seminare in der Universität oder Sprachkurse in der Volkshochschule meist 90 Minuten. Dieser Zeitraum ist perfekt, um sich in eine Aufgabe hineinzuarbeiten, sich darin zu vertiefen und wirklich voranzukommen, ohne dabei an Konzentration zu verlieren. Wer hingegen länger als 90 Minuten arbeitet, braucht meist eine Pause, da er nach dieser Zeit nicht mehr aufnahmefähig ist. 

Monotasking anstatt Multitasking

Mit dem Telefonhörer am Ohr noch schnell eine E-Mail verfassen, die Pflanzen gießen und nebenbei noch den Schreibtisch aufräumen – viele Menschen neigen dazu, möglichst viel auf einmal erledigen zu wollen. Nicht immer zahlt sich das Multitasking jedoch aus. Anstatt besonders produktiv zu sein und möglichst viel in kurzer Zeit zu schaffen, werden viele Aufgaben auf diese Weise nur halbherzig erledigt. Sinnvoller ist es also, Dinge nicht nur anzufangen, sondern auch zu Ende zu bringen und lieber eine Aufgabe nach der anderen zu bearbeiten, diese jedoch mit voller Konzentration und Hingabe zu erledigen. Damit das auch gelingt, sind Ablenkungen wie ein läutendes Telefon tabu. 

Die 90-90-1-Regel umzusetzen, bedeutet auch, Veränderungen durchzuführen

Auch wenn es sich denkbar einfach anhören mag, die 90-90-1-Regel für sich zu nutzen, mag sie gerade anfangs schwerer durchzuführen sein, als zunächst angenommen. Immerhin braucht es nicht nur eine gewisse Routine, bis Aufgaben einem leichter von der Hand gehen, sondern auch eine Menge Disziplin. Wer sich morgens doch in einen Plausch mit der Bürokollegin verwickeln lässt oder seine Prioritäten falsch setzt, wird Probleme damit haben, dieses Prinzip für sich zu nutzen. Wer einige wichtige Ratschläge für sich nutzt, hat es jedoch einfacher.

1. Erholung ist das A und O

Nur wer ausgeschlafen und fit ist, ist auch in der Lage dazu, konzentriert und fokussiert zu arbeiten. Auf rund sieben Stunden Schlaf täglich sollten Erwachsene dabei kommen. Neben Schlaf sind auch genügend Ruhepausen wichtig. Anstatt nach Feierabend über die Arbeit nachzugrübeln ist es besser, nach getaner Arbeit einen Schlussstrich zu ziehen und diese mit dem Verlassen des Büros hinter sich zu lassen. Ein Abend mit der Familie, eine ausgedehnte Sporteinheit oder ein Treffen mit Freunden – erlaubt ist, was Spaß macht und was vor allen Dingen entspannt. 

2. Eine gesunde Ernährung ist essenziell

Dass Fastfood und Süßigkeiten ungesund sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Wer eine gesunde Ernährung in seinen Alltag integriert, der kann dabei in vielerlei Hinsicht dadurch profitieren. Gesundes Essen wirkt sich schließlich nicht nur positiv auf Gewicht und Herz-Kreislauf-System aus, sondern auch auf die Konzentrationsfähigkeit. Ein gesundes Frühstück und Mittagessen, gesunde Zwischensnacks und vor allen Dingen ausreichend Wasser verhindern ein Mittagstief, helfen dem Gehirn auf die Sprünge und verhindern sogar Kopfschmerzen. 

3. Entspannungstechniken helfen dabei, abzuschalten und sich zu fokussieren

Ob Atemübungen, Yoga oder Tai-Chi – die Liste an verschiedenen Entspannungstechniken ist lang, so dass garantiert für jeden das Richtige dabei ist. Gerade im hektischen Alltag können Entspannungsübungen dabei helfen, nach der Arbeit abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Doch auch im Büro angewendet kann die richtige Technik dabei helfen, sich zu konzentrieren und auch bei viel Stress fokussiert zu bleiben

Fazit: Für wen ist die 90-90-1-Regel das Richtige?

So einfach sich die Regel auch anhören mag, so schwer ist diese auch umzusetzen. Wer es jedoch schafft, 90 Tage lang für 90 Minuten täglich einem Projekt nachzugehen, der kann sich schon vor Ablauf der Zeit über große Erfolge freuen. Dazu bereit sein, eine Aufgabe zu priorisieren und regelmäßig an dieser zu arbeiten, ist immerhin ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wer es dann noch durchzieht, kann mit vergleichsweise geringem Aufwand wirklich Großes bewirken.

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