Angst vor Ablehnung #8
7 Tipps gegen die Unsicherheit

Unser Berufsleben ist teilweise mit Ängsten überfrachtet. Diese rangieren unter allen großen Ängsten sogar sehr weit vorn. Erstaunlich, aber wahr: Selbst im ersten Corona-Jahr 2020 fürchteten sich die Menschen weniger vor einer Erkrankung als vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, wie die Welt im September 2020 berichtete. Von der Angst vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die zu den Urängsten der Menschheit gehört, führt ein gerader Weg zur Angst vor Ablehnung im Beruf: Wer nämlich darunter leidet, fürchtet gleichzeitig, seinen Job zu verlieren oder zumindest bei Beförderungen und Boni übergangen zu werden.

Was bedeutet Ablehnung oder Zurückweisung im Job?

Es bedeutet: Sie fürchten sich vor Ausgrenzung im Kollegenkreis, Ausschluss von interessanten, verantwortungsvollen und prestigeträchtigen Arbeiten sowie (als schlimmste Angst) Zurückweisung durch den Chef bei Ihrer Bitte um mehr Gehalt und/oder eine höhere Position. Wenn Sie die Angst vor Zurückweisung im Job erst einmal gepackt hat, wird jeder Tag im Beruf zu einem Gang durch das Minenfeld der sozialen Interaktionen in der Firma. Das erzeugt unerhörten Stress, der sich auf Ihre Gesundheit auswirken wird. Gleichzeitig führt gerade diese Angst wie kaum eine andere zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Einem ängstlichen Mitarbeiter vertraut man keine großen Aufgaben mehr an. Das ist möglicherweise sogar begründet, denn vielleicht haben Sie aus Angst schon den einen oder anderen Fehler gemacht.

Warum haben wir so große Angst vor Ablehnung?

Hierfür gibt es bei der speziellen Angst vor Zurückweisung im Job zwei wesentliche Gründe:

1: Wie schon geschildert bringt Ihnen Ablehnung und Zurückweisung im Beruf handfeste Nachteile ein. Im etwas harmloseren Fall bleiben Sie auf der gegenwärtigen Gehalts- und Karrierestufe ewig hängen, im schlimmsten Fall könnten Sie entlassen werden, wenn Ihre Firma Sie für wenig brauchbar hält. Davor fürchten sich nicht wenige Beschäftigte.

2: Angst ist gleichzeitig ein Urinstinkt aller höheren Lebewesen, der ihnen bei Gefahr das Leben retten kann. Problematisch ist es für Menschen in Industriegesellschaften, dass die Ängste sozusagen überschießen. Das liegt an unserer Biologie, die immer noch für den Kampf auf Leben und Tod ausgerüstet ist, obwohl dieser im gewöhnlichen Menschenleben höchst selten stattfindet. Denn mal ehrlich: Selbst wenn Sie den Job verlieren, werden Sie praktisch nicht verhungern oder auch nur obdachlos werden. Das sind höchst unwahrscheinliche Szenarien. Doch Ihre Angst, die zur Phobie geworden ist, redet Ihnen so etwas ein. Das ist so ähnlich wie die Angst von Hypochondern, die bei jedem kleinen Wehwehchen an eine tödliche Krankheit denken. Dass es überhaupt solche zur Phobie übersteigerten Ängste gibt, liegt daran, dass es den echten Überlebenskampf heute kaum noch gibt. Daher mündet die Energie der Angst in eine Phobie.

Was macht die Angst mit Ihrer Gesundheit?

Es gibt körperliche Anzeichen von Angst, die sich noch verstärken, wenn Sie die Angstgefühle mit Macht verdrängen möchten. Ihr Körper mag die Verdrängung nicht, weil er seit Urzeiten „weiß“, dass Angst ein lebensnotwendiges Gefühl sein kann. Also fängt er an zu schwitzen, zu zittern und Ihren Puls zu erhöhen. Er steigert Ihr Schmerz- und Kälteempfinden, lässt Sie Druck und Enge in der Brust fühlen, löst Schwindelgefühle aus und verpasst Ihnen manchmal eine Atemnot bis zum Hyperventilieren. Auch eine veritable Panikattacke, bei der Sie sich am liebsten verstecken möchten, ist eine mögliche körperliche Reaktion. Neben diesen unmittelbaren Folgen einer übersteigerten Angst leidet mittelfristig Ihre Verdauung, Sie schlafen sehr schlecht und könnten sogar zu Drogen greifen, wobei Alkohol der bevorzugte Kandidat ist. Wenn es so weit kommt, haben Sie verloren: Bekämpfen Sie daher die Angst vor Zurückweisung im Job schon vorher!

Was lässt sich gegen die Angst vor Ablehnung im Beruf unternehmen?

Der erste Schritt besteht darin, dass Sie sich diese Angst bewusst machen. Das klingt viel einfacher, als es ist, weil Angst vor Ablehnung im Job unvermittelt und nach Jahren der Routine in der gleichen Firma und unter fast immer denselben Kollegen auftreten kann. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen, unter anderem:

Sie haben einen neuen Chef (Chefin) bekommen. Selbst ein neuer Kollege kann Ängste vor Ablehnung auslösen.
Ein unerwartetes Scheitern an einer Aufgabe führt manchmal zu Angst vor künftiger Ablehnung.
Vielleicht haben Sie oder ein Kollege einen Arbeitsunfall erlitten. Die anschließende Angst ist verständlich. Sie muss sich nicht nur auf die Technik richten, sondern kann zu einer generalisierten Angst vor Ablehnung werden.
Eine häufige, aber unterschätzte Ursache kann Ihr Gesundheitszustand sein. Wenn Sie plötzlich an gesundheitlichen Problemen leiden, wird das Ihre Leistungsfähigkeit mindern, was wiederum Ihre Angst vor Ablehnung im Job erhöht.
Auch sonstige private Probleme können einen Stress auslösen, der sich zur Angst vor beruflicher Ablehnung auswächst.

Übliche Ängste sind diejenigen vor vollkommen neuen Aufgaben und erst recht vor dem Bewerbungsgespräch bei einem neuen Arbeitgeber. Diese werden auch als solche schnell erkannt. Wichtig ist es für Sie, verborgene Ursachen aufzuspüren. Ein neuer Chef oder Kollege könnte beispielsweise bei Ihnen ein kindliches Trauma antriggern. Vielleicht wurden Sie von einer Person dieses Formats in Ihrer Kindheit schikaniert. Wenn Sie nun den ersten Schritt gegangen sind und die Ursachen erkannt haben, rationalisieren Sie Ihre Ängste und ermitteln Sie, inwieweit diese begründet sind. Anschließend gehen Sie aktiv damit um: Echten Gefahren weichen Sie aus, eingebildete Gefahren überwinden Sie psychisch. Dabei helfen Ihnen unsere nachfolgenden Tipps.

7 einfache Tipps gegen Angst vor Ablehnung

1. Meiden Sie nicht krampfhaft die Auslöser unbegründeter Ängste.

Dadurch wächst die Angst nur. Reden Sie mit dem neuen Kollegen, der Sie antriggert. Wahrscheinlich ist er ein umgänglicher Mensch, mit dem Sie zumindest auskommen können.

2. Beheben Sie echte Gefahren, seien diese nun technischer oder sozialer Natur.

3. Setzen Sie sich mit der Psychologie der Angst auseinander

Sie vergrößert die Gefahren in unserer Wahrnehmung.

4. Fragen Sie sich stets, ob eine Gefahrenszenario wirklich wahrscheinlich ist.

5. Führen Sie sich die realistischen Folgen der von Ihnen befürchteten Situation vor Augen

Das kann zum Beispiel heißen: Wenn mich meine Firma wirklich entlässt, bin ich vielleicht ein bis drei Monate auf Arbeitsuche – länger auf keinen Fall.

6. Stärken Sie Ihre positive Selbstwahrnehmung

Listen Sie gedanklich Ihre Stärken auf. Vergessen Sie Ihre Schwächen nicht, aber arbeiten Sie bewusst an deren Überwindung.

7. Bitten Sie nötigenfalls in unsicheren Situationen um Rat.

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